Fulda und das Fuldaer Land sind Karnevalshochburgen und normalerweise wären Säle, Bürgerhäuser und sonstige Veranstaltungsräume närrisch geschmückt. Doch dieses Jahr ist alles anders. Corona hat auch die Narren im Griff. Statt Büttenreden, Gardetänze, Karnevalshits, Narhalla Marsch und Tusch haben sich die Karnevalisten etwas besonderes einfallen lassen. Die Fuldaer Karnevalsgesellschaft und die Randstaaten bieten einen närrischen Einkaufsservice für Ältere an. So werden unsere älteren Mitbürger/innen in Coronazeiten beim Einkaufen unterstützt und müssen nicht befürchten sich anzustecken. Eine tolle närrische Aktion! Die Fotos zeigen Kämmerzeller Mattebiddel beim Einkauf und der Übergabe.

Der Carnevalverein Petersberg organisierte unter dem Motto „Wir feiern gemeinsam – wir helfen gemeinsam“ eine Blutspendenaktion, zu der alle Karnevalisten aus Petersberg sowie aus allen Fuldaer Karnevalvereinen ebenso aus Hofbieber in Uniform ins Kolpinghaus anreisten, um Blut zu spenden. Es waren 140 Karnevalisten, die jeder einen halben Liter Blut spendeten, darunter auch der CDU Kreisvorsitzende Markus Meysner.

Wir sagen allen Karnevalisten ein herzliches DANKESCHÖN.

Unser Mitglied Christa Schneider, Karnevalistin beim FFCK, schildert in einem humorvollen Beitrag, wie sie diese Zeit ohne Foaset erlebt und spricht damit allen Karnevalisten aus dem Herzen:

Gedicht zum Karneval in Corona Zeiten

Christa Schneider

In der Senioren Union hat man mich Schreiberin von Gedichten genannt, als Karnevalistin bin ich noch nicht so bekannt. Doch seit vielen Jahren Hoppsaliese beim FFCK auf der Bühne und als Rednerin in der Bütt, mischte ich in der Foasetzeit immer mit. Am 11. 11. im letzten Jahr habe ich mir gewünscht und gedacht, dass sich das Corona-Virus Fastnacht aus dem Staube macht. So ein blöder Virus, es sollte sich schämen, aber es kann uns Karnevalisten doch den Humor nicht nehmen.

Im Jahr 2020 hatten wir Jubiläum, das ist wahr, 50 Jahre Karnevalverein FFCK. Darüber gibt es ein Buch, darin kann man lesen, was wir alles auf die Beine stellten und wie schön es gewesen. Als Ex-Hofmarschall Christa die VII. vom Edlen Geschmeide durfte ich noch einmal auf dem Wagen mitfahren, zusammen mit den Anderen aus vergangenen Jahren.

Wir jubelten unseren Fans zu, heftig und laut, aber in diesem Jahr hat uns Corona die „Foaset“ versaut. Hoch oben vom Wagen konnte man sehen, es stauten sich die Massen, was für ein Gedränge in Fuldas Straßen. Das Einteilen der Süßigkeiten zum Auswerfen fiel uns schwer, der Umzug war noch nicht zu Ende, da hatten wir schon nichts mehr.

Jetzt sitz ich zu Hause mit einem Gläschen Sekt. Prost auf die Foaset kann ich singen, wenn der Spuk vorbei ist, lassen wir zusammen die Gläser wieder klingen. Trostpflaster wäre auch ein leckeres Frühstück mit Schinken, Schwartemagen und Ei. Ich hoffe, wir sind nächstes Jahr beim Umzug als Clowns wieder dabei. Wir halten zusammen, so soll es sein. Einen Gruß von mir „Föllsch Foll, Helau und Hinein“

Noch ein Gedicht

Karneval hat bei uns Tradition, und das seit mehr als hundert Jahre schon. Doch Corona macht vor Traditionen nicht halt, und sind diese noch so alt. Das Hutzelfeuer denk ich mit Graus, fällt in diesem Jahr auch noch aus. Und der Hessentag in unsrer Stadt, findet leider auch nicht statt. Das Virus schränkt uns alle ein, das leuchtet leider nicht jedem ein. Es sind die Leugner die sind Schuld daran, dauert der Lockdown immer länger an. Sie gehören aus dem Verkehr gezogen, denn die Zahlen die sind nicht gelogen. Diese unverbesserlichen Ignoranten, sollen sie doch im Gefängnis landen. Denn sie schaden der Wirtschaft und uns allen, das kann doch niemandem gefallen. Erst wenn alle das kapieren, wird das Virus kapitulieren. Drum haltet Abstand und seid diszipliniert, damit uns das im nächsten Jahr nicht wieder passiert.

(von Karl Josef Hahner)