Die Corona Pandemie hat unser Leben in den letzten Monaten stark beeinflusst und es ist nicht absehbar, wann wir wieder zu unseren normalen Lebensgewohnheiten zurückkehren können. Das Virus wurde anfangs unterschätzt und von vielen mit einem mittelschweren grippalen Infekt verglichen. Die durch Covid 19 entstandenen Todesfälle wurden mit dem Hinweis auf die jährlichen höheren Sterberaten bei der Influenza herunter gespielt. Der Unterschied jedoch besteht darin – gegen Influenza kann man sich impfen lassen. Covid 19 allerdings ist wesentlich aggressiver und damit gefährlicher und es gibt noch keinen Impfstoff. Außerdem ist die Zahl der Todesopfer im Vergleich zu den mit dem Grippeerreger infizierten Menschen um ein vielfaches höher.

Die Bundesregierung hat von Anfang an sehr verantwortungsvoll und vor allem schnell und zielgerichtet reagiert. Diesem konsequenten Handeln und der Disziplin der Deutschen ist es zu verdanken, dass die Zahlen in Deutschland im Gegensatz zu allen anderen Ländern nicht exorbitant in die Höhe schnellten und nach einigen Wochen allmählich wieder zurückgingen. In Erinnerung bleiben jedoch die Bilder unserer Nachbarländer mit überfüllten Intensivstationen, den vielen Militärfahrzeugen in Italien, welche Tote abtransportierten oder die Bilder aus New York mit den vielen Kühlcontainern hinter den Krankenhäusern zur Aufbewahrung der Verstorbenen.

Allen Verschwörungstheoretikern, Corona-Leugnern und sonstigen „Experten“, die Corona als Fake-News bezeichnen, die das Tragen von Masken, Ausgangsbeschränkungen sowie das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregelungen als Eingriff in ihre persönliche Freiheit betrachten und die Notwendigkeit des Lockdowns angesichts der niedrigen Zahlen als unverhältnismäßig und einen Verstoß gegen das Grundgesetz ansehen empfehlen wir, sich diese Bilder noch einmal genau anzuschauen und darüber nachzudenken, wie sich die Dinge bei uns entwickelt hätten, wenn die Bundesregierung nicht sofort so entschlossen gehandelt hätte.

Angesichts der wieder deutlich steigenden Infektionszahlen appellieren wir an die Solidarität der Generationen. Wir sind offensichtlich in einer sehr kritischen Phase. Jung und Alt sind gefordert, gemeinsam dieser Gefährdung Paroli zu bieten.

Es hat den Anschein, dass die „Gewöhnung“ an die Corona-Bedrohung dazu führte, dass viele Menschen in den letzten Wochen zu leichtfertig geworden sind und die unverzichtbaren Verhaltensregeln zum Schutz vor der Verbreitung der Infektion teilweise grob vernachlässigt haben. Die meisten Deutschen sind bei den Einschränkungen mitgegangen, leider aber nicht alle. Einige selbstsüchtige und partysüchtige, verantwortungslose und unbelehrbare Egoisten haben dazu beigetragen, dass die Infektionszahlen wieder ansteigen. Aber – das Virus ist nach wie vor unter uns und bedroht Jeden. Mittlerweile sind auch viele jüngere Menschen betroffen. Es stellt sich die Frage, ob die jugendlichen Partyrunden und ausgelassenen Bar- und Clubbesuche zu den gebotenen Verhaltensregeln passen. Sie gefährden hierdurch nicht nur sich selbst, sondern auch ihre Eltern und Großeltern. Dass die ältere Generation nach wie vor zu der besonders gefährdeten Risikogruppe zählt steht außer Zweifel.

Das Tragen einer Schutzmaske, Mund und Nase bedeckend, wird leider von einigen Uneinsichtigen selbst in Geschäften und Einkaufsmärkten nicht beachtet. Es ist Aufgabe des Personals, auf die Maskenpflicht hinzuweisen und ggfs. vom Hausrecht Gebrauch zu machen und diese Personen des Hauses zu verweisen, um so die Vernünftigen vor den Unvernünftigen zu schützen.

Was wir dringend benötigen sind noch mehr Tests. Es ist nicht nachvollziehbar und den meisten Menschen auch nicht zu vermitteln, dass z.B. Fußballer, Filmcrews u.a. regelmäßig getestet werden, während Personal in Krankenhäuser und Altenheimen erst bei auftretenden Symptomen Tests erhalten. Sie sind es, die vorrangig durch Corona Schnelltests zu schützen sind, genauso wie Lehrer/innen und Erzieher/innen sowie Berufsgruppen, die zur Aufrechterhaltung des öffentlichen Lebens unverzichtbar sind. Ebenso alle Risikogruppen. Wir vermissen ein Bekenntnis zum Schutz der Menschen mit erhöhtem Risiko. Bisher ist ein klares Statement für Maßnahmen, wie Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren oder gar tödlichen Verlauf haben geschützt werden sollen, nicht erkennbar.

Besonders Bewohner in Alten- und Pflegeheimen durch Corona-Schnelltests besser zu schützen ist wichtig. Wir durften leidvoll erfahren, wie das Virus Alten- und Pflegeheime getroffen und zahlreiche Menschenleben gekostet hat. So etwas darf nie wieder geschehen. Unsere Pflegebedürftigen haben Anspruch auf Sicherheit und Schutz. Auf keinen Fall darf es wieder zur Absperrung von Altersheimen und Besuchsverboten kommen, während gleichzeitig der Barbesuch möglich ist, aber der Besuch der Eltern oder Großeltern im Heim nicht.

Ein neuerlicher Lockdown wie im Frühjahr hätte gravierende Auswirkungen auf unsere Wirtschaft und unser gesellschaftliches Leben. Für Kulturschaffende, die ums Überleben kämpfen, für das Bildungswesen und unsere Schulen, besonders aber für den Wohlstand in unserem Land. Das gilt es unbedingt zu vermeiden. Deswegen sind die von der Bundesregierung gemeinsam mit den Ländern getroffenen Regeln zur Vermeidung eines erneuten totalen Lockdowns sinnvoll und strikt einzuhalten sowie Verstöße konsequent und spürbar zu ahnden.

Nur gemeinsam können wir die Verbreitung des Virus verhindern. Eigentlich ist es ganz einfach – man muss es nur wollen: Wir sollten uns stets des Risikos einer Infektion bewusst sein. Daher gilt, körperliche Nähe zu anderen Menschen möglichst zu meiden, Abstand zu halten, Mund- Nasenschutz zu tragen und die Hygienegrundsätze zu beachten. Dazu gehört auch, die Zahl der Kontakte, vor allem zu Menschen aus anderen Haushalten einzuschränken – das heißt auch, auf Feiern und Urlaubsreisen wenn möglich zu verzichten.

Es ist völlig unverständlich, dass ausgerechnet jetzt, wo die Zahlen wieder stark ansteigen und wir gewissermaßen in einem 2. Lockdown stehen, einige wenige Menschen kein Einsehen zeigen und als Einzelperson oder Vertreter von Klientelinteressen vor Gericht gegen die Restriktionen klagen, weil sie ihrem eigenen Interesse mehr Bedeutung beimessen als dem Schutz der Gesellschaft.

Es wird sicherlich noch einige Zeit dauern bis ein wirksamer Impfstoff bereit steht. So lange gilt: Sind wir diszipliniert und halten wir uns an die Regeln. Sie dienen unserem Schutz.

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